Steinmahlgang

Mahlstuhl im Klostermühlenmuseum
Mahlstuhl im Klostermühlenmuseum

Im frühen 19. Jahrhundert war diese Art von Mehlgewinnung weit verbreitet, die 1830 durch effektivere Walzenstühle ersetzt worden ist.

 

Mahlsteine dienten als Werkzeuge, die durch das Aneinanderreiben (des festen Bodensteins und des sich drehenden Läufersteins) das Korn zu Mehl verarbeitet hatten. In der Antike war dieses Prinzip bereits bekannt.

Im Altmühltal wurde dies durch Wasserkraft angetrieben.

 

Beispiele sind die Obermühle und die Rengnathmühle, die lange Zeit mit Steinen das Getreide gemahlen hatten.



Prinzip des Steinmahlgangs

Die Kraft des sich drehenden Wasserrads (a) wird auf den Wellbaum (b) übertragen, die anschließend zum Kammrad (c) weitergeleitet wird. Um eine höhere Drehzahl zu erreichen, greifen die Zähne des Kammrads die Stäbe des Stockrades (d) an. Über die Haue (g) ist das Mühleisen (e) mit dem oberen Läuferstein (h)verbunden, sodass die Drehbewegung den Läufer zum drehen bringt.

 

Je nachdem, ob man das Getreide fein mahlen oder schroten möchte, kann man den Abstand zwischen den Mahlsteinen verändert werden:

Der Abstand wird über den sogenannten Pfannenbalken (s) geregelt, der das Pfannenlager des Mühleisens hebt bzw. senkt.


Querschnitt durch den Mahlstuhl

Quelle: Klostermühlenmuseum Thierhaupten Museumsführer
Quelle: Klostermühlenmuseum Thierhaupten Museumsführer


Der mahlvorgang

In den Trichter (i) wird das zu verarbeitende Getreide geschüttet. Durch das Rütteln des Rüttelstuhls (k) fallen die Getreidekörner in den Spalt zwischen den Boden- und Läuferstein. Es entstanden verschiedenen Mahlprodukte, wie Grieß und Mehl.

 

Damals musste man die groben Bestandteile, wie die Kleie, per Hand entfernen. Seit dem 16. Jahrhundert übernahm der Beutelkasten (n) die mühselige Arbeit ab:

Durch das Mehlrohr (m) fallen die verschiedenen Mahlprodukte aus der Zarge (l) in den Beutel (p), der aus einem speziellen Beuteltuch besteht. Mit der Schlaggabel (o), die durch den Dreischlag (r) angestoßen wird, enstehen vibrierenden Bewegungen, sodass das feine Mehl durch das Gewebe in den Kasten fällt. Der Grieß und die Kleie gelangen durch den Kleiekotzer (q) auf den Abräder. Das ist ein Sieb, der durch Schwingbewegungen die Kleie vom Grieß trennt. Je nachdem wie fein man den Grieß haben möchte, wird er noch mehrmals aufgeschüttet und vermahlen.

 


die mühlsteine

Die Mühlsteine können aus natürlichen oder künstlichem Material bestehen.

Künstliche Steine

Sie bestehen aus einem Gesteinsgemisch (z.B. Basalt, Quarz und Korund), dass durch ein Bindemittel (z.B. Magnesit) zusammengehalten wird.

Natürliche Steine

Sie bestehen meist aus Granit, Sandstein, Basalt oder Süßwasserquarz. Letzteres kam aus Frankreich und war das beste Material.

 

Vorteile: gute Porosität, bessere Härte


Eine wichtige Grundvoraussetzung für den Mahlvorgang ist die Schärfe der Steine.

Es gibt zwei verschiedene Schärfen:

die geradlinige Feldschärfe und die Kreisbogenschärfe.

 


Das Mahlgut wird durch die Fliehkraft bis zum äußeren Rand des Steins (Mahlbahn) befördert, deshalb existieren an den Mahlbalken eine sogenannte Sprengschärfe, damit das Getreide sehr fein gemahlen werden kann.

Zur Bearbeitung der Mühlsteine verwendete man verschiedene Werkzeuge:

Quelle: Klostermühlenmuseum Thierhaupten Museumsführer
Quelle: Klostermühlenmuseum Thierhaupten Museumsführer