getreidemühle

Bevor die ersten modernen Getreidemühlen entstanden, wurden die Körner zuerst mit einem Reibstein auf einer Steinplatte zerrieben oder mit einem Mörser zerstampft.

 

Das eigentlichen Mahlen begann mit der Entwicklung der Handmühlen:

Die Körner werden durch Menschen- oder Tierkraft zwischen zwei Steinen zerrieben. Später wurde diese durch die Wasser- und Windkraft ersetzt.


Im Altmühltal sind noch viele Getreidemühlen erhalten geblieben. Neben der bekannten Rengnathmühle, wurden z.B. in der Obermühle, der Kottingwörthermühle und der Kunstmühle Stark jahrelang Getreide (Klick) verarbeitet.

 

Eine Besonderheit der Getreidemühlen sind die sogenannten Kunstmühlen. Durch weitere technische Modernisierungen haben sie den Mahlvorgang verbessert bw. die Arbeit der Müller erleichtert.

Ein Beispiel ist die Kunstmühle Stark in Walting.

Mit einem Klick auf den Button der Kunstmühle erfährst du mehr über diese "Wunderwerke".


Der mahlvorgang

Schema einer Getreidemühle im 20. Jhd.

Quelle: Klostermühlenmuseum Thierhaupten Museumsführer
Quelle: Klostermühlenmuseum Thierhaupten Museumsführer

Waage der Kunstmühle Stark
Waage der Kunstmühle Stark

Zuerst wird das angelieferte Getreide gewogen und in die Gosse bzw. Schütttrichter geschüttet.

Mit dem Elevator wird das Getreide zu den verschiedenen Maschinen transportiert, da diese in verschiedenen Geschossen stehen.



getreidereinigung

Vor der Verarbeitung der Getreidekörner muss man sie von Beimengungen befreien. Diese können die Farbe und Backfähigkeit des Mehls negativ beeinflussen, gesundheitliche Beschwerden hervorrufen oder die Maschinen beschädigen.

 

Es gibt zwei Arten von Beimengungen:  Korn- und Schwarzbesatz

Unter dem Kornbesatz versteht man Bruchkörner und Fremdgetreide.

Sand, Steine, Metallteile und Mutterkorn sind Beispiele für den Schwarzbesatz.

 

Diese Arbeit erledigt der Aspirateur.

Davor werden vorhandene Eisenteile durch ein Magnet entfernt.

Reinigungsprozess im Aspirateur:

  1. Schrollensieb: Aussortieren von großen Fremdkörpern
  2. Gebläse: Entfernen der leichten Teilen (Spreu und Spelzen)
  3. Filterschläuche: Zurückalten von Staubteilchen durch den Luftstrom von dem Gebläse
  4. Schwingende Siebe im Siebkasten: Rutschen des Mahlguts über die Siebe                                               -> Aussortieren weiterer Fremdkörper und Auffangen in kleinen Behältern

Wildkräutersamen haben die gleiche Größe wie das normale Getreidekorn, deshalb müssen sie einen weiteren Reinigungsprozess im Trieur entfernt werden:

Im Trieurmantel (a) befinden sich Vertiefungen bzw. Zellen. In diese setzen sich die letzten Fremdkörper bzw. Fremdsamen (b) ab, die durch die Drehbewegung der Blechtrommel hochgehoben werden, bis sie in die Auffangmulde (c) fallen.

Durch die spezielle Neigung des Trieurs, wandern die übriggebliebenden Getreidekörner zur Schäl- und Bürstmaschine.

Quelle: Klostermühlenmuseum Thierhaupten Museumsführer
Quelle: Klostermühlenmuseum Thierhaupten Museumsführer


Schäl- und bürstmaschine

Nun wird das Getreidekorn geschält und von Holzfaserteilen befreit.

 

Durch die Drehbewegung des Lochsiebmantels werden die Körner an der Innenfläche der Schmirgeltrommel geschält. Die rotierenden Bürsten entfernen die restlichen Holzfaser. Zum Schluss wird mit einem Druckschauchfilter weitere Bestandteile und Staub entfernt.

Schließlich werden sie in einem Vorratsbehälter gelagert, bis der Walzenstuhl zum Einsatz kommt.

Quelle: Klostermühlenmuseum Thierhaupten Museumsführer
Quelle: Klostermühlenmuseum Thierhaupten Museumsführer


Walzenstühle

Erinnert man sich an den Steinmahlgang zurück, hatte man mit zwei Steinen das Korn gemahlen.

Durch sich gegeneinander drehende Speisewalzen werden die Körner zerbrochen bzw. das Mahlgut verfeinert, wenn es mehrmals den Walzenstuhl passieren muss. Das wird durch die geriffelten Hartgußwalzen bzw. Porzellanwalzen erreicht.

Mit den integrierten Bürsten (Walzenabstreifer) werden die Walzen gesäubert.



schrotstuhl

Schrotstühle gehören auch zu den Walzenstühlen. Nur werden die Körner nicht zu Mehl gemahlen, sondern zu Schrot, das meist als Tierfutter verwendet wird.


Plansichter

Nach dem Mahlgang durch die Stühle, wird das Mahlgut per Elevator zum Plansichter befördert.

Der Plansichter besteht aus zwei Siebstapeln mit jeweils 13 Siebkästen. Mit einem Kurbelantrieb wird der freischwingend aufgehängte Plansichter in kreisende Bewegung versetzt und erhält somit den selben Effekt wie ein Handsieb: Schwere Teile wie Mehl, Dunst und Grieß fallen durch und die leichten Schalenteilchen liegen auf dem Sieb.

 

Im Video sieht man die modernen Plansichter der Hainmühle.


Die untereinanderliegenden Siebe beschreiben einen bestimmen Feinheitsgrad des Mahlguts und sind dementsprechend unterschiedlich bespannt. So wird alles in große und feine Bestandteile sortiert.

 

Jetzt gibt es verschiedene Möglichkeiten, was mit den einzelnen Bestandteilen passieren kann:

  • Grobe Teile gelangen wieder zum Walzenstuhl
  • Der Grieß wird zur Grießputzmaschine weitergeleitet
  • Das feine Mehl wird bei der Absackbank in Säcke gefüllt.

Der erste Punkt wird bis zu sieben Mal wiederholt, bis man letztendlich das feine Mehl erhält.


grießputzmaschine

Der Grieß vom Plansichter wird hier nach Größe sortiert und von Kleie befreit.

Eine Exentermechanik bewegt die dafür notwendigen Siebe, die wie im Aspirateur leicht geneigt sind. Die Reinigung der Siebe erfolgt durch Freilaufbürsten. Durch eine Zentralaspiration werden der restliche Staub und weitere Kleieteilchen abgesaugt.

Danach wird der Grieß weiterverarbeitet oder abgesackt.


absackung

An der Absackbank werden die verschiedenen Mehltypen, Kleie und Grieß in Säcke gefüllt und gewogen. Jeder Sack wurde mit dem Namen der Mühle bzw. des Eigentümers bestempelt. Durch eine Reinigung und Flicken konnten die Säcke mehrmals verwendet werden.